Johanna Mittelmeier-Sauer, systemische Beraterin und Coach

Zur Person

Über mich

Ich sehe den Menschen im System - und was zwischen den Zeilen steht.

Ein Teamleiter hat mir einmal beschrieben, wie er in sein erstes Führungsjahr gegangen ist: mit dem Gefühl, dass er von nun an vor allem eines dürfe - keine Fehler mehr machen. Aus dem besten Ingenieur der Abteilung war über Nacht die unsicherste Führungskraft geworden, nicht weil er sich verändert hätte, sondern weil Fachwissen ihn nach oben gebracht hatte und dort niemand mehr danach fragte.

Ich habe viele solcher Übergänge begleitet und sehe früh, woran sie hängen. Das kommt aus vielem zusammen: aus meinem Studium und dem psychologischen Fundament, aus den Jahren, die ich im Ausland gelebt und gearbeitet habe, aus systemischer, transaktionsanalytischer und gestaltbasierter Arbeit, aus interkultureller Erfahrung und betriebswirtschaftlichem Verständnis - und aus der Erfahrung seit 2003, in der ich Führung in ganz unterschiedlichen Organisationen aus der Nähe kennengelernt habe. Erst diese Verbindung macht den Blick möglich, um den es mir geht.

Dieser Blick nimmt mehr wahr als das Gesagte. Er bemerkt, wann eine Stimme fester wird und wann sie nachgibt, an welcher Stelle ein Gespräch an Tempo gewinnt, weil es einem Punkt ausweicht, und welches Muster eine Organisation in den Menschen erzeugt, die in ihr arbeiten. Vieles davon wissen die Menschen längst, ohne es in Worte fassen zu können - und aus dieser doppelten Aufmerksamkeit, für den Einzelnen und für das System, in dem er steht, entsteht das, was meine Arbeit ausmacht.

seit 2003

selbständig für Führungskräfte in technischen Organisationen

DAX

Interim-Erfahrung und Führungspraxis aus der Konzernwelt

4

Ausbildungen: Systemik, Transaktionsanalyse, Gestalt, Somatics

5

Länder, in denen ich gearbeitet und gelebt habe

Mein Weg

Ich habe in großen Organisationen gearbeitet und in stillen Gesprächen unter vier Augen - als Interim-Managerin in DAX-Konzernen und als Sales-Verantwortliche für den deutschsprachigen Raum, bevor ich mich 2003 selbständig machte. Was mich in der Konzernwelt geprägt hat, ist die Kenntnis von innen: Mir muss niemand erklären, wie ein Unternehmen tickt, wie sich Matrix-Strukturen anfühlen oder was in einem Meeting wirklich verhandelt wird, während offiziell über etwas anderes gesprochen wird.

Studiert habe ich Japanologie und Anglistik mit dem Zusatz Marketing in Würzburg, mit einem einjährigen Stipendienaufenthalt an der Chuo-Universität in Tokio, einer der renommiertesten Hochschulen Japans, wo ich Management studiert habe. Erste Arbeitserfahrungen sammelte ich dort bei Royal Host als Dolmetscherin für einen amerikanischen CEO, der kein Japanisch beherrschte. Gearbeitet habe ich später in UK und in Frankreich, und über längere Zeit habe ich in Südafrika und in Großbritannien gelebt - Jahre, die mir gezeigt haben, wie unterschiedlich Menschen Nähe, Autorität und Zusammenarbeit verstehen, je nachdem, aus welcher Kultur sie kommen. Diese interkulturelle Erfahrung ist kein Zusatz auf meiner Liste, sondern ein Teil davon, wie ich heute zuhöre.

Woraus meine Arbeit kommt

Mein Fundament ist die Psychologie - und darauf habe ich über viele Jahre eine Tiefe aufgebaut. Ich finde, wer Weiterentwicklung fokussiert, muss es auch leben. Meine systemische Ausbildung habe ich nach Sonja Radatz, Wien, absolviert, zertifiziert durch den DVCT, den Deutschen Verband für Coaching und Training. Vier Jahre lang habe ich Transaktionsanalyse bei Dr. Ritzenfeld-Turner am Limani-Institut in Heidelberg gelernt. Sieben Jahre umfasste meine gestalttherapeutische Ausbildung am Gestaltinstitut Frankfurt bei Ullrich Lessin und Delphine Akoun sowie in Heidelberg bei Amina Wilke, gemäß den Vorgaben der Deutschen Vereinigung für Gestalttherapie. Und die körperorientierte Arbeit, Somatics, vertiefe ich seit 2018 bei Dr. Cornelia Hammer.

So verschieden diese Ausbildungen sind, eint sie eine Haltung: dass ein Mensch mehr ist als seine Rolle und mehr weiß, als er sagen kann. Sie sind der Grund, warum ich nicht mit einem festen Repertoire an Werkzeugen arbeite, das ich einer Situation überstülpe, sondern mit dem, was zwischen mir und meinem Gegenüber tatsächlich entsteht - und mit dem, was der Körper oft früher zeigt, als der Verstand es in Worte fasst.

Was mich trägt

Eine Sache ist mir über die Jahre wichtig geblieben: dass Arbeit sinnvoll sein darf - weniger als Motivationsformel, denn als Frage der Struktur, im besten Sinne von Ikigai. Wer versteht, warum die eigene Arbeit zählt, leistet mehr, sofern das Umfeld diesen Sinn nicht gerade verstellt. Sinn lässt sich schlecht verkünden; eine Organisation stellt ihn her oder versäumt ihn. Was ich in meiner Arbeit suche, ist der Moment, in dem jemand merkt, dass sein Verhalten nie nur seines war, sondern immer auch eine Antwort auf das System, in dem er steht - ob mir dabei eine Gruppe gegenübersitzt oder ein Einzelner, macht kaum einen Unterschied.

Kontakt

Lernen wir uns kennen.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass wir zusammenpassen könnten, findet sich das in einem ersten Gespräch am schnellsten heraus.
Erstgespräch vereinbaren
johanna@mittelmeiers.de · 0173 937 8001